West Samoa  31.08.2007

 


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  Unterwegs meldete uns nach 5 Tagen das AIS System ein aufkommendes Schiff, welches ich über UKW 16 anrief. Nach dem der 1. Offizier mitbekommen hatte, dass wir Deutsche sind, sagte er uns, das sein Kapitän auch Deutscher sei und ob wir mit ihm sprechen wollen. Na klar! Nach 5 Minuten hörten wir dann eine deutsche Stimme. Über eine Stunde redeten wir über Gott und die Welt, er meinte noch das es 2 Monate her ist, wo er mal Deutsch geredet hatte. Seine Besatzung besteht nämlich aus Philippinen und Polen. Am 28. August hatten wir eine totale Mondfinsternis, welche wir bei klarem Himmel gut beobachten konnten. Bei dem Längengrad 170°08´40" West gab es was zu feiern, denn dort haben wir geografisch die Hälfte vom Globus umrundet, Halbzeit!! 

Nach insgesamt 1177 sm, in 10 Tagen, kamen wir in Apia, der Hauptstadt von West Samoa, gut an. Man soll 3-4 Stunden vor Landfall, Port Control auf Kanal 16 UKW rufen und seine Ankunft melden. Bei uns waren die Herren noch nicht bei der Arbeit oder wie auch immer.

     

Eine Stunde vorher meldete sich dann jemand und wollte Länge und Tiefgang wissen. OK, bei 1,20 Meter geht ihr in die Marina, bei über 2 Meter darf man Ankern, beides kostet das Gleiche. Ein Schlauchboot kam uns entgegen und lotste uns zu unserem Platz, dort warteten schon 4 Leute die uns festmachen wollten. Die Fender wurden zurecht gehängt und anschließend verabschiedet man sich freundlich. Was für ein Service! Hier erlebten wir das die Behörden für die Einklarierung an Bord kamen und alles wurde schnell erledigt. Der einzige der Geld wollte, war der Mann vom Gesundheitsamt, 20 US$. Später stellte sich heraus das wir und auch andere um dieses Geld betrogen wurden, diese Gebühr gibt es nicht!

     

Bei unserem Schiffsnamen "Tanoa" waren die Behörden alle am Schmunzeln, bis die Frau von der Immigration meinte, das Tanoa ein Name aus Samoa und Fiji sei. Oh wie schön, und was ist eine Tanoa? Da vielen dann viele Wörter, von hölzerne Schüssel, Kava, große und kleine, Tradition in Samoa und Fiji. Ich wusste nur das es eine Schüssel sein soll, wo die ganze Familie aus isst. Nein meinte sie, die ganze Familie darf kein Kava nur die Erwachsenen. Dann stellte sich uns die Frage, was nun Kava ist? Sie versuchte es zu beschreiben, benutzte aber nicht das Wort "Droge", was es im eigentlichen Sinne aber ist. Die Kava wird in der Tanoa zubereitet, die geriebene Wurzel wird dort mit Wasser aufgerührt und später getrunken. Also segeln wir auf einer Holzschüssel durch die Gegend, wo Drogen drin zubereitet werden. Man gut das andere Behörden nicht wissen was Tanoa bedeutet, sonst hätten sie unseren Katamaran bestimmt schon öfters auseinander genommen, auf der Suche nach Drogen. Kava wird aber auch in der Pharmaindustrie verwertet und von hier nach Europa und America exportiert. Apia hat ein Museum, wo viel über die Tradition zu sehen ist, auch über Kava und Tanoa ist was zu finden.

     

Die neue Marina hat Wasser und Strom am Steg und wir bezahlten pro Tag 15 US$. Die eigentliche Währung ist aber der Taler, 1,- Euro = 3 ,- Taler. In der Nähe gibt es Internet, Restaurants und Wäscherei, Supermarkt und Markthalle sind 20 Minuten zu Fuß, in Apia selber. In der Markthalle machte ich mich auf die Suche nach Kava, wollte doch nun mal sehen, wie das Zeug so aussieht. Gefunden hatte ich nur schon fertig geriebenen Kava, die Tüte für 10,- Taler. Vom Kauf hatte man mir abgeraten, ich würde es sowieso nicht trinken, es schmeckt nach Brechreiz und sieht aus wie Brackwasser. Sollte ich es wiedererwartend doch getrunken haben, würden sich meine Eingeweide die nächsten 3 Tage rechen. Das alles war erschreckend genug um davon Abstand zu nehmen.

     

Um die Insel besser kennen zu lernen, mieteten wir uns mit der SY "Ludus Amoris" für 2 Tage ein Auto, pro Tag 155,- Taler. Als erstes besuchten wir die Villa Vailima, wo einst der berühmte Schriftsteller Robert Louis Stevenson wohnte und 1894 gestorben ist. Eines seiner bekanntesten Werke ist das Buch "Die Schatzinsel", welches auch verfilmt wurde. Für 15,- Taler führte man uns durch das gesamte Haus, wo vieles noch im Originalem vorhanden war. Früher war das Haus allerdings in hellblau gestrichen.

     

     

Unser nächster Stopp war ein Wasserfall (Togitogiga Falls), wo man auch Baden konnte. Aber da es die letzten 3 Tage geregnet hatte, war an ein Bad nicht zu denken. Braun aufgewühltes Wasser und im wilden Zustand, machten ein sicheres baden unmöglich. Nur einen Tag später war der Spuk vorbei und man konnte sich im Wasser tummeln. Wenn man die Bilder einmal vergleicht, ist es kaum zu Glauben.

     

Auf der Fahrt konnten wir zahlreiche Gräber von hochgestellten Persönlichkeiten sehen. Je mehr Stufen ein Grab hat, um so angesehener war die beerdigte Person. In diesem Grab liegt der Häuptling Malietoa Moli der 1860 nach kurzer Regierungszeit starb. Auf Samoa werden die Familienangehörigen vor dem Haus (Fales) beigesetzt. Manche Gräber sind sehr prunkvoll gestaltet und mit Dächer versehen. Auch dort konnte man Gräber mit mehreren Stufen sehen.

     

Den 2. Wasserfall (Sopo´aga Falls) den wir besuchten, konnte man nur, von einem Privatgrundstück aus, sehen. Der Besitzer verlangte 3,- Taler pro Person Eintritt. Der Ausblick auf dem Wasserfall war trotz Regen sehr beeindruckend. Der Besitzer erklärte einen alles was man wissen wollte. Vom Erdofen, Kobragewinnung und die Tradition des Kava trinken, welches auch als Ava bezeichnet wird. Ein Fales als Küche diente zur Erklärung, wie man für den Erdofen Steine zum Glühen bringt , wo die Speisen bis zu 5 Stunden garen müssen. Noch heute wird, vor allem Sonntags, noch so gekocht. In der Zeit, wo die Speise gart, geht man in die Kirche.

     

Fährt man mit dem Wagen durch die Dörfer, wird einem immer freundlich zu gewunken. Hier hat man das Gefühl willkommen zu sein. Die Häuser, in denen die Samoaner wohnen heißen Fales. Sie haben keine Wände, sondern das Dach wird von Pfählen getragen. Regnet es, wird einfach an der Seiten, wo es herein regnet, eine Plane herunter gelassen. Eventuell auch mal vor neugierigen Blicken, Nachts.

     

Im Süden der Insel findet man schöne Strände, z.B. "Return to Paradise Beach" Upolus bekanntester Strand, der nach dem gleichnamigen Roman mit Gary Cooper und einer 17 jährigen Samoanerin verfilmt wurde. Hier machten wir eine ausgedehnte Pause mit Picknick am Stand. Allerdings mussten wir 6,- Taler für das Auto bezahlen.

     

Mittwoch Abends ist im berühmten Hotel Aggy Grey´s eine traditionelle Tanzveranstaltung (ca. 1 Stunde) mit anschließendem Büfett. Das ganze kostete 65,- Taler pro Person und als hungriger Segler wird man gut satt, anschließend gab es für mich Eis zum satt essen, somit haben die nichts an mir verdient :))....

     

Das ganz besondere an unserem Aufenthalt hier, waren die "South Pacific Games 2007" dieses ist eine Olympiade der Südsee. 22 Inselstaaten nahmen daran teil und sie finden alle 4 Jahre statt, 2011 in Neu Kaledonien. Wir schauten uns Rugby, Basketball und Leichtathletik an. Das tollste war, im Apia Stadion die Abschlussfeier mit der Parade, Tänzen und anschließendem Feuerwerk. Beeindruckend war der Chor mit über 300 Sänger, als die dann in Hochform waren, bekam man eine Gänsehaut. Dort waren so viele Leute, das man sich fragte, wo kommen die denn alle her? So viele leben doch hier gar nicht auf der Insel!

     

Nach der Olympiade folgte ein Festival, wo Kirchenchöre gegeneinander sangen. Früh morgens, schon um 06:30 Uhr, begannen die Kanuwettfahrten. Mit 44 Mann Besatzung schossen sie nur so durch das Wasser. Es war beeindruckend zu sehen wie gleichmäßig sie die Paddel eintauchten und an Fahrt gewannen. Das liegt wahrscheinlich am Mann der vorne im Bug die Trommel schlägt und somit den Takt an gibt. Der hintere Mann steuerte das Kanu und war die ganze Zeit am Anfeuern.

     

Nachmittags schauten wir uns an wie eine Tanoa hergestellt wird und in einem Fales beobachteten wir wie ein Mann traditionell tätowiert wurde. Hierbei wird eine Schneide im rechten Winkel an einem Stock befestigt. Es wird diese Schneide immer wieder in eine Farbe getaucht und mit einem weiteren Stock wird auf die Schneide leicht geschlagen. Dabei wird die Haut eingeritzt und die Farbe gelangt unter die Haut "Tatau, eine Wunde schlagen". Dies Art von Tätowierung muss sehr weh tun, seine Frau hatte ihn am Kopf gestreichelt und Mut zu gesprochen. Dennoch sprang er auf einmal auf und bat um eine Pause, später wurde weiter gemacht.

     

Am letzten Tag des Festival, gingen wir schon früh morgens um 06:30 Uhr in die Stadt. Dort wurde gezeigt, wie ein Umo aufgebaut und betrieben wurde. Im Gegensatz zu einem Erdofen, wie der Name schon sagt Erd-Ofen werden die Speisen in ein Erdloch gegart. Bei einem Omu geschieht diese auf ebener Erde und wird mit mehr heißen Steinen betrieben, als beim Erdofen. Die Garzeit verkürzt sich um ca. 3-4 Stunden, also nach 1,5 Stunden konnten wir für 10,- Taler einen Teller mit Fisch, Hühnchen, Schweinefleisch, Tato (eine Art Kartoffel ) und in  verschiedene Blätter gewickelte Kokosnussmilch und gegart, probieren. Wir waren nicht begeistert vom Geschmack, ich hatte das Gefühl immer auf heißen Stein zu beißen, vom Geschmack her, es fehlte einfach das Gewürz.

     

Früh morgens konnten wir auch eine Kava Zeremonie beobachten. Da sitzt ein Obermacker im Schneidersitz und ruft laut eine Parole und zeigt mit dem Finger, wer als nächstes trinken darf. Den auserwählten reicht man eine Kokosnussschale mit Kava, die er in einem Zug austrinkt. Dann ganz überrascht zeigte der Obermacker auf Sylvia und alle waren am kichern. Anschließend durfte ich. Habe mich nicht lumpen lassen und die Schale in einem Zug ausgetrunken. Hat nicht nach Kotzreiz geschmeckt, meine Eingeweide haben sich nicht gewehrt. Aber meine Zunge war auf einmal so komisch, als ob die Betäubungsspritze vom Zahnarzt auf die Zunge wirkte. Selbst bei Sylvia, die nur einen Schluck getrunken hatte war es so. Sylvia hatte nur 10 Minuten was davon, ich ungefähr eine Stunde. Nach meiner Frage wie oft sie Kava trinken, sagten sie jeden Tag, es ist eine gute Medizin für uns. Nun stand für mich fest, ich muss noch Kava kaufen.

     

Von der Marina in die Stadt sind wir um die 20-30 Minuten gegangen. Zurück haben wir uns für 3,- Taler ein Taxi genommen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze der Sonne machen an so manchen Tagen einen zu Schaffen.

     

Von hier segeln wir weiter nach Tonga, von wo aus es nach Neuseeland geht.

 


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