San Blas Inseln   05.09.2006

"Kuna Yala"

 


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 In Cartagena hatten wir für 3 Monate unsere "Tanoa" mit Proviant ausgerüstet. Die ganzen 200 sm mussten wir leider motoren, da uns kein brauchbarer Wind die Segel füllte. Früh morgens steuerten wir den San Blas Channel an, bogen Stb. ab und wurden von "Antje" vor der Insel Yansaladup empfangen. Schon am anderen Tag hieß es "Hola Mola", so kündigten sich die Kuna Indianer an, um ihre berühmten Molas zu verkaufen. Kunstvolle Handarbeiten in bunten Farben, die von den Frauen hergestellt und getragen werden.

     

 Einklariert haben wir in Porvenir, ca. 100 US$, einer kleinen Insel mit Hotel und einer Landebahn für Flugzeuge. Ein Flug nach Panama City sollte 37 US$ kosten. Im Hotel bekamen wir Diesel aus einem Fass, welches mit einem Schlauch angelutscht und viel Sauerei in unsere Kanister gelangte, denn als wir ankamen waren unsere Tanks so gut wie leer. Dienstags und Freitags kommt nach Porvenir ein Versorgungsboot mit Proviant und Baumaterial, wo man das nötigste findet. Eine Insel weiter, Wichubhuala, bekommt man Benzin und findet dort einen kleinen Kaufladen direkt am Steg.

     

Ein Kuna, "Hairo Gonzalez", lockte uns nach Rio Sidra, wo er uns eine Tour zu einem Wasserfall, sowie bei einer Familienfeier dabei zu sein, anbot. Wir ankerten direkt vor einer Insel, welche komplett mit Hütten bebaut war. Es gab dort fast keine Palmen mehr, nur noch enge Gassen, wo Hütte an Hütte stand. Wenig später kamen die ersten Kuna Frauen im Kanu angepaddelt und wollten uns ihre Molas verkaufen. Dabei wurde auch ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt und zum Schluss gibt es dann auch noch einen Caramelo  (Bonbon) für die Kleinen.

     

      

Unsere Tour zum Wasserfall war ein schöner Spaziergang von ca. 2 Stunde. Er führte durch den Urwald und auf dem Weg konnten wir diverse Schmetterlinge und Vögel beobachten. Sogar eine Ananas wuchs mitten auf dem Weg. Angekommen am Wasserfall, wurde sofort ein Bad genommen, herrlich! Auf dem Rückweg hörten wir das Geschrei von Brüllaffen, die nicht weit von uns in den Bäumen saßen.

     

Die Kuna Feier nannte sich "Chicha", wo die Tochter einer Familie zur Frau gekürt wird. Dieses geschieht in der Regel mit 12 Jahren, ab dann kann sie verheiratet werden und hat sich als Frau zu benehmen. Letzten Endes ist es nur ein großes Besäufnis, an dem das ganze Dorf dran teil nimmt. Bei der Zeremonie fragte der Chief des Dorfes die anwesenden Männer, ob wir an der Chicha teil nehmen und auch die Chicha trinken dürfen. Auch wir tranken dann die Chicha aus einer Kalebassenschale die man uns reichte, sie besteht aus einen Mix aus Kaffee, Zuckerrohr und Rum. Das ganze findet in dem Dorfgemeinschafshaus statt, hier sitzen Frauen und Männer getrennt und es wird getrunken bis nichts mehr da ist, Hick´s. Fotos durften leider keine gemacht werden.

     

Was sagen uns diese Bilder? Da muss wohl ein Segelboot unter gegangen sein! Es war eine VAGABOND 33 mit Italienischer Flagge, nun ist es ein Wrack in 21,5 Meter Tiefe. Es war auf ein Riff gelaufen und hier unter gegangen. Vier Kuna Indianer entdeckten es zufällig beim Langusten tauchen und nun wird es ausgeräumt, um alles zu Geld zu machen. Das bewundernswerte ist, das alles ohne Taucherflasche geschieht. Sie tauchen 21 Meter runter schrauben und sägen herum, um anschließend mit der Beute wieder aufzutauchen, Wahnsinn! Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, würde ich es nicht Glauben. Yogi von der "Samantha-Nova" war genau so fassungslos, in dieser Tiefe haben die Jungs mit einer Eisensäge alle Wanten durchtrennt und die beiden Masten abgeborgen. Uns hatte man gebeten die Schrauben der Maschine zu lösen, um diese auch noch zu bergen. Aber da war unter Wasser nichts zu machen, und als wir ihnen sagten, dass die Maschine mindestens 300 kg wiegen würde, winkten sie ab. 

     

Später besuchten wir sie zu Hause, wo alles zum Verkauf lag. Voller Stolz zeigte man uns alles. In einer Kiste waren SSB Funkgerät, Autoradio und GPS, alles Schrott! Steuerrad und die Toilette lagen vor der Hütte und daneben die beiden Masten so wie der Spinnakerbaum. Die Segel waren schon für 50 US$ verkauft. Aus einer Plastiktüte wickelte man Pässe, Kreditkarten, Studentenausweise und sogar einen Englischen Führerschein aus. Geld in verschiedenen Währungen, aber keine Reichtümer. Dieses muss von den Rucksacktouristen  gestammt haben, welche von Cartagena zu den San Blas Inseln reisten. Somit verdienen sich einige Segler ein Paar Dollar dazu. Die Rucksäcke (3) lagen auch neben dem Haufen.

     

Auf unserem Ankerplatz wurden wir immer wieder von den Kunas besucht. Diese sind sehr geschäftstüchtig und versuchten immer wieder ihre Molas an uns zu verkaufen. Dabei wird gehandelt und versucht einen Preis zu finden, der der Mola entspricht. Wir konnten auch manchmal eine Mola gegen Reis oder Kaffee eintauschen. Als wir im Besitz von über 30 Molas waren, bremste mich Sylvia im Kaufrausch, genug ist genug!

     

     

Fast jede Insel wird von einer Familie bewohnt, diese pflegt und hegt sie. Alles ist sehr ordentlich und man wagt sich diese nicht zu betreten, was im allgemeinen kein Problem ist. Ein freundliches Hola und Como estas? Versteht jeder. Der eine oder andere spricht auch schon mal Englisch, aber sonst ist die Sprache der Kuna´s Kuna. Zum Schluss bleiben immer noch die Hände und Füße zu einer guten Unterhaltung, so wie ein freundliches Lächeln. Auch wenn jemand Sylvia etwas Kuchen ins Gesicht schmierte, be Happy, war die Unterhaltung erfolgreich, hi, hi, hi!

     

Soweit hat es uns hier super gefallen, aber das es zu den schrecklichen Gewittern, die wir schon in Cartagena kennen gelernt hatten, noch eine Steigerung gibt, ist schrecklich. Wie sollte es auch anders sein, diese Gewitter kommen immer im Bereich des menschlichen Schönheitsschlaf und dauern in der Regel 2-3 Stunden. In der Zeit blitzt es ununterbrochen, alle 2-3 Sekunden ein Blitz, und wenn es dazu donnert, vibriert das ganze Boot, als wenn ein Erdbeben unter uns ist. Unsere größte Sorge ist, das uns bloß kein Blitz im Mast trifft. Der positive Nebeneffekt ist, man kann Unmengen von Wasser auffangen und dann alles waschen und putzen.

     

Ein Problem welches einige Kuna haben, ist die Überbevölkerung auf manchen Inseln. Wo hin, wenn kein Platz mehr ist? Die einen ziehen nach Panama City um dort ihr Glück zu versuchen, oder man baut sich eine eigene Insel aus Korallen und füllt sie mit Sand auf. Anschließend wird die Hütte darauf gebaut, reicht der vorhandene Platz irgend wann mal nicht mehr aus, baut man die Insel größer. Die Toilette wird auf Stelzen gebaut und steht im Wasser, wie das funktionieren soll, brauch ich wohl keinen zu erklären. Nur eins! Eine Toilettenbrille gibt es dort nicht.

     

Ein Wort noch zur Unterwasserwelt auf den San Blas Inseln. Hier erlebte ich zum ersten Mal Haie auf meinen Tauchgängen. Diese Ammenhaie sind im allgemeinen ungefährlich für Taucher und kommt es zu einer Begegnung mit ihnen, schlafen sie am Boden denn es sind Nachtaktive Jäger. Auch sonst war ich von der Vielfalt der Unterwasserwelt begeistert. Ein echtes Tauchpaarradis, bin nun auf den Pacific gespannt.

     

Die meiste Zeit lagen wir in den Lemon Cays vor der Insel Nuinudup. Nur wenige Schiffe lagen hier, manchmal waren wir ganz alleine. Die Familie die dort lebt war immer freundlich zu uns, abends saßen wir oft zum Sundowner am Lagerfeuer zusammen. Fisch und Lobster wurden uns täglich zum Kauf angeboten, 1 US$ die Makrele und 1-5 US$ der Lobster, je nach Größe.

     

  


Anglerpech

Auf dem Weg nach Colon rauschte meine Angel aus, toll dachte ich mir, endlich mal wieder frischen Fisch. Komisch war nur, dass am anderen Ende kein richtiger Kampf statt fand. Als der Fisch ca. 10 Meter am Heck war, schaute mich das Maul von einem Hai an. Da wir uns einig waren, heute keinen Hai essen zu wollen, gaben wir ihn der See zurück. Ich will bei meinen Tauchgängen auch nicht von Haien gefressen werden!

     


Panamakanal 12.11.2006


Der Panamakanal wurde in 10 Jähriger Bauzeit von den Amerikanern (1904-1914) fertig gestellt. Vorher versuchten sich die Franzosen (1881-1898) daran, die scheiterten. Insgesamt starben 45.000 Menschen während der Bauzeit (1881-1914), an Tropische Krankheiten und an Unfällen. Bei den Gatun Locks wird man ca. 26 Meter über den Meeresspiegel angehoben. Eine Schleusenkammer ist 305 m lang, 35,5 m breit und 24,5 m tief. Von hier führt die 81,6 km lange Fahrrinne zu dem Pedro Miguel Lock. Dort wird man ca. 9,5 Meter herunter geschleust. Über dem Miraflores Lake kommt man zu den letzten Schleusen, dem Miraflores Locks. Dort wird man mit ca. 16,5 Meter Höhenunterschied dem Pacific übergeben.

     

Bevor es soweit war, mussten wir uns bei der Kanalbehörde anmelden. Am einfachsten ist es einen Agenten zu nehmen, dieser erledigt das Ausfüllen der Formulare, besorgt einen die Panamaleinen, sowie Fender, wenn noch Bedarf besteht. Das beste, wir brauchten nicht die 850 US$ Sicherheitsgebühr zu hinterlegen. Dieses wurde vom Agenten erledigt, wie auch immer. Schon am 2. Tag kam der Vermesser und begutachtete unseren Kat. Nach ein wenig Papierkrieg verabschiedete er sich  mit dem Versprechen, das wir am 12.12 die Passage machen können. Alles andere erledigte unser Agent Stanley.

Die nächsten 4 Wochen lagen wir auf dem Flat vor Anker und warten war angesagt. Die Stadt Colon ist mit Kriminalität geprägt, ein Drecksloch und alle Besorgungen müssen mit dem Taxi gemacht werden. Eine einfache Fahrt vom Panamakanal Jachtclub in die Stadt hat 1 US$ gekostet. Auch sonst war es angenehm billig, egal was man zu kaufen hatte. Vorab war ich schon einmal mit einer Belgischen Jacht durch den Kanal gefahren ,um mir alles einmal an zu sehen. Die Rückfahrt kostete mit Taxi und Bus 5,50 US$.

     

     

Ein Sturm von 30-45 Knoten zwang uns für 5 Tage den Panamakanal Yacht Club zu besuchen, denn die Wellen waren enorm hoch geworden und der Ankergrund ist mit Vorsicht zu genießen, da dieser aus weichen Schlick besteht. In dieser Zeit gerieten auf dem Ankerfeld der Berufsschifffahrt 3 Frachter ineinander und trieben als Paket dem Land entgegen, wo sie dann auch strandeten.

     

Für ein Paar Tage lagen wir auch in der Shelter Bay Marina, wo "Going" mit Gorch und Ingrid waren. Ihnen wollten wir einen Besuch abstatten, denn es war lange her, wo wir uns zuletzt gesehen hatten (Grand Canaria). Von hier kann man schöne Wanderungen durch den Urwald machen, morgens den Brüllaffen zu hören und dem Vogelgezwitscher lauschen. Es ist hier etwas teurer (0,72 Cent der Fuß), als auf der anderen Seite in Colon beim Panama Kanal Jacht Club (0,65 Cent der Fuß). Aber dafür hat man hier seine Ruhe, alles ist sauber, und man muss nicht Angst haben überfallen zu werden.

     

Dann war es soweit, am 8.12 bezahlten wir alles bei Stanley, 250 US$ für sich, wo die Miete der Panamaleinen bei ist, 600 US$ für die Kanalpassage und noch mal 10 US$ für die Zarpe damit man den Panamakanal befahren darf. Als Leinenhändler hatten wir Yogi  "Samantha-Nova" und Helmut "Esperanza", extra eingeflogen wurde Beate (unsere Tochter). Sie hatte das Glück 4 Wochen bei uns Urlaub zu machen und freute sich schon den ganzen Sommer darauf. Zwei andere Segelboote waren mit von der Party!

  

Am 12.Dezember versammelten wir uns auf der Flat und warteten auf unsere Lotsen. Um 18:30 Uhr kamen sie dann, mit 2 Stunden Verspätung. Anschließend ging es mit voll Speed zu den Gatun Locks. Zuerst fuhr ein Frachter in die Schleusenkammer herein, anschließend kamen wir dahinter und die anderen zwei Yachten als Päckchen hinter uns.

     

Der blöde Frachter vor uns hatte einen Verstellpropeller, dieser drehte sich ständig und wirbelte das ganze Wasser auf. Dazu kommt noch das einlaufende Wasser, welches vom Boden der Schleusenammer hoch kommt. Dieses verwirbelte Wasser ließ "Tanoa" an seinen Panamaleinen hin und her geigen . Nach ca. 10 Minuten waren wir 9 Meter angehoben, Schleusentore vor uns auf, Frachter gibt Steigung auf seinen Propeller, dieser drückt sein Schraubenwasser auf "Tanoa" und ich betete das die Leinen halten mögen.

     

 Die Yachten hinter uns geigten genauso wie wir und das alles noch 2 Mal, was tut man sich hier bloß an? Riskiert Kopf und Kragen, Kap Horn kann auch nicht schlimmer sein!. Nun gut, wir haben alles gut gemeistert und der Lotse war mit uns zufrieden. Auf dem Gatun Lake übernachteten wir an einer großen Tonne. Dort sollte uns am anderen Morgen um 06:00 Uhr ein Lotse abholen. Als Ruhe im Schiff einkehrte, wurde es mit Panama Jack (Rum) begossen und schnell war die Bettschwere erreicht.

     

Am anderen Morgen kamen die Lotsen 40 Minuten zu spät, und dann konnte alles nicht schnell genug gehen. Bitte in diese Richtung zum Banana Channel, voll Speed, was kannst Du mir geben? "6 Knoten", OK  das sollte reichen. 11:00 Uhr Center Bridge, 12:30 Uhr bist Du im Pacific. Die Fahrt durch den Banana Channel, dicht an kleinen Inseln vorbei, die mit Urwaldbäumen bewachsen sind, ist der schönste Abschnitt. 

     

Auf der Fahrt erklärt der Lotse uns alles über den Kanalbetrieb und ist stolz auf den Bau der neuen Panamakanal Schleusen die in ca. 8 Jahren fertig sein sollen, zur 100 Jahrfeier. Als wir die Hälfte hinter uns hatten, kamen uns große Containerschiffe entgegen. Die Klasse nennt sich Panamamax, dieses sind Schiffe die nach den Abmaßen der Schleusen gebaut wurden, größer geht nicht. Ab Gamboa beginnt der eigentliche Kanal, dieser wird schon verbreitert und vertieft. Denn wenn die neuen Schleusen betriebsbereit sind, können Schiffe mit ca. 390 Meter Länge den Panamakanal passieren.

     

Hier im Kanal hatten wir den Beweiß, ein Krokodil. Es sonnte sich am Ufer und ließ sich nicht von uns stören. Von hier konnte man schon die Center Bridge sehen. Kurze Zeit später sagte der Lotse! Halber Speed, wir sind zu früh an der Schleuse. Langsam schipperten wir unter die Brücke durch, vorbei am Caillard Cut, dem schwierigsten Teil vom damaligen Kanalbau.

     

Als wir dann vor der Pedro Miguel Lock ankamen, wartete schon die Österreichische Jacht "Monja" an einem Anleger auf uns. Dort sollten wir uns miteinander verzurren, um die letzten 3 Schleusen gemeinsam zu machen. Nach 45 Minuten legten wir ab und steuerten dem Pedro Miguel Lock entgegen. Dann schnell noch über den Miraflores Lake. Ab da konnte man uns über eine Web Cam im Internet verfolgen.

     

Die ganze Zeit war ich mit einem Freund in Deutschland per Handy in Verbindung. Ich brauchte unbedingt die Aufnahmen der Web Cam für unsere Homepage. Wie man sieht hat es geklappt! "Vielen Dank dafür!"

     

Unser Ziel ist erreicht, 13. Dezember 06 13:20 Uhr, Sylvia ließ den Korken der Sektflasche knallen. Als Erstes bekam Neptun einen Schluck und dann wir, nun sind wir im Pacific :) , :) . Nachdem wir unsere Panamaleinen abgegeben hatten, sind wir, alle 3 Schiffe, nach Flamenco gefahren. Dort ankerten wir und feierten weiter.


Las Perlas   19.12.2006


Unser nächstes Ziel von Panama City ist das Inselarchipel "Las Perlas". Diese sind 32 sm von Panama City entfernt und erstreckt sich weitere 30 sm südlich. Als erstes ankerten wir vor Isla Contadora, um Günter den Amateurfunker zu besuchen. Er betreut die Segler auf dem Weg über den Pacific. Jeden Abend um 00:00 UTC ist er auf 14.135 Khz zu hören. Hier auf der Insel gibt es 2 Einkaufsläden und eine Tankstelle wo man Diesel und Benzin bekommt. Auch Internet ist zu finden, wo 3 Computer sind.

     

Von Contadora segelten wir mit der SY "Second Live" Bernd und Britt, sowie Frider, nach Isla Espirito Santo. Dort warteten schon Antje und Norbert auf uns, wir wollten dort alle zusammen Weihnachten feiern. Zwischen Isla Espirito Santo und der größten Insel Isla Del Rey ankerten wir hervorragend ruhig. Hier auf dem Las Perlas ist alles anders als auf dem San Blas. Es gibt einen Tidenhub von ca. 4-5 Meter, was zum Trockenfallen gut für uns ist.

     

Die Vegetation besteht aus Urwaldbäumen, die einen gespenstisch anschauen, wenn man mit dem Dinghy auf Tour ist. Auch hat es seinen Reiz einen Flusslauf in den Urwald zu folgen. Hier gibt es eine Menge Vögel, Wildschweinchen und diverse Schlangen zu beobachten. Alle Flüsse haben sauberes Wasser was man ohne Bedenken trinken kann, also war in dieser Zeit kein Mangel an Frischwasser. Die Küste besteht hauptsächlich aus Felsen, hier und da sind traumhafte Strände dazwischen, wo man gut mit dem Dinghy anlanden kann.

     

Am Heiligabend haben Beate und ich eine Tour in den Urwald gemacht. Mit dabei war Bernd von der "Second Live". Wir sind einen Fluss hinauf geklettert, um tief in den Wald zu gelangen. Da Niedrigwasser war, mussten wir erst einmal über Stock und Stein am Ufer entlang dorthin laufen. Beate hörte man alle 5 Minuten, dass sie hier auf uns warten wollte, immer dieses Einsacken im Schlick war nicht ihr Ding. Aber trotzdem hat sie tapfer durch gehalten und der Lohn dafür war atemberaubende Schönheit.

     

Abends gab es dann Bescherung, wir bekamen Geschenke die Beate aus Deutschland mitgebracht hat. Anschließend gab es ein Essen mit Antje und Norbert. Am anderen Tag machten wir am Strand "Putlook", ein Essen, wo jeder etwas mitbringt und sich später jeder von allem bedienen kann. Das waren die Festlichkeiten über die Weihnachtstage, bei 32 Grad und Sonne kamen leider keine Weihnachtlichen Gefühle auf.

     

Nach Weihnachten waren noch diverse Expeditionen in den Urwald angesagt und für unser tägliches Brot war Angeln das Beste. Fisch gab es hier in Hülle und Fülle und alle waren sie gut im Geschmack. Nach, dem Beate das Angeln gelernt hatte wollte sie am liebsten jeden Tag mit dem Dinghy auf Tour. Nach 5 Tagen Fisch musste ich dann ein Angelverbot aussprechen, genug ist genug. Selbst die Nachbarboote winkten schon ab, wenn wir Fisch verschenken wollten.


Las Perlas die 2.  09.01.2007

Zwischendurch segelten wir nach Panama City zurück, um Beate beim Flieger nach Deutschland abzugeben. Danach kauften wir für weitere 3 Wochen Las Perlas ein. Nachdem wir wieder auf den Las Perlas waren, segelten wir zur Isla San Jose. Dieses ist die 2. größte Insel des Archipels und in Privatbesitz. Aber nicht von Dieter und Gerda, die wir dort besuchten.

     

Sie leben schon seit 24 Jahren dort in der Einsamkeit, freuen sich über jeden Besucher der etwas zu erzählen hat. Was sie nicht mögen, sind Besucher die auf der Flucht sind, somit blieben wir ganze 5 Tage, die wir nicht bereuten. Gerda ist 68 und Dieter 79 also nicht mehr so sportlich. Ich erklärte mich bereit ihnen ein Paar Bäume zu fällen, die sie störten. Das ich Mango und sonstige kleinere Urwaldbäume mal fällen würde, hätte ich nie gedacht. Sylvia pflückte uns frische Pampelmusen und Apfelsinen und im Garten waren auch Gewürze, Avocado, Papaya, Ananas und Bananen  angepflanzt. Schafe sorgen dafür, das sich kein Unkraut und Gras breit machen kann.

     

Wenn Regenzeit ist, spült dieser das Erdreich weg und nach und nach werden alte Indianergräber frei gelegt. Man findet dann Scherben, halbe Tontöpfe und sogar Figuren aus Ton. Am letzen Tag musste ein Schafsbock dran glauben. Früh morgens kamen Bernd von der "Second Life" und ich bei Dieter an, dann ging es zu den Schafen. Im Kampf um das beste Futter, packten wir den Bock und schleiften ihn um die Ecke, wo Dieter schon mit der Waffe wartete. Ein Schuss ins Gehirn und das Leben war besiegelt. Später schlachteten Gerda und Bernd den Hammel und schon am Nachmittag gab es Rippchen und Filet vom Grill. Je später der Nachmittag, um so lustiger wurde es. Es wurde gesungen und über die deutsche Politik geschimpft. Also ein gelungener Tag ;) ! 

     

Jeder Segler der zu Besuch ist, kann sich bei den beiden mit frischen Apfelsinen und Pampelmusen, für wenig Geld, eindecken. Als Gastgeschenk wird gerne eine Flasche Rum angenommen, Dieter mag ihn so gerne. Ein Problem haben sie! Sie suchen einen Nachfolger der den beiden hilft und später in ihre Fußstapfen tritt. Wer sich angesprochen fühlt sollte sie besuchen.

Nachruf:   "Dieter ist im Juni/Juli 2009 gestorben!"

     

Auf dem Weg nach Panama City zurück, besuchten wir den Ankerplatz bei Isla Canas Süd. Davon südlich mündet der Rio Mosquito auf der Isla del Rey ins Meer. 3 Stunden nach niedrig Wasser starteten wir unsere Dinghy Tour um den Fluss zu erforschen. Im Fluss sind zahlreiche Abbiegungen, man hält sich immer rechts und nach ca. 30 Minuten trifft man auf eine Wassertreppe, wo herrliches Frischwasser sprudelt. Auf dem Rückweg beobachteten wir ein ca. 30 cm langes Krokodil, wie es sich sonnte. Irgendwo muss ja auch noch Mama und Papa sein und nach aussagen von Einheimischen werden die Krokodile bis zu 5 Meter lang. Also besser schnell weg hier!

     

Weiter bei Isla Espirito Santo wollten wir uns noch trocken fallen lassen, um die letzte Antifouling Farbe am Wasserpass zu verteilen. Also früh morgens bei Hochwasser auf den Strand gefahren und während das Wasser weg lief, schruppte ich das Unterwasserschiff sauber. Dann schnell alles abkleben und die Farbe drauf, damit sie trocken wird bis das Wasser wieder kommt. Trocken ist solche Farbe schnell, nur noch nicht vernetzt und somit immer ein Glücksspiel wie lange sie hält?. Nicht das jetzt alle wieder denken, Sylvia hat nichts gemacht. Nein, nein, denn sie hat mal wieder poliert. Das ist Arbeit, die Michael besonders gern verteilt.

     


Panama City        27.01.2007

Nun sind wir zum 3. mal in Panama City und wollen unseren Großeinkauf für die nächsten 9 Monate starten. Denn in der Südsee soll alles das 3-4 fache kosten. Sylvia hat dabei das Ruder fest in der Hand, zuerst werden Preise in den verschiedenen Supermärkten verglichen. Danach wird zugeschlagen, bis kein Platz mehr auf Tanoa ist. Jede Ecke hat etwas abbekommen, ob sie nun wollte oder nicht. Sogar die Segellast hat Bier und Cola abbekommen. Dann durfte nicht vergessen werden, Diesel, Benzin, Gas und andere Betriebsstoffe zu kaufen. Seekarten, Tidenkalender, Reserveteile, Angelsachen und wer weiß was nicht noch alles ...?

     

Am größten ist das Albrook Center, ein Einkaufzentrum über zwei Etagen. Anbei ist ein großer Busbahnhof und der Nationale Flughafen. Dort gibt es nur einen Supermarkt "Super 99", die anderen, Rey, Riba Smith und Mega Depot sind in der Stadt verteilt. Der große Vorteil bei Mega Depot ist, daß sie den gesamten Einkauf liefern und auch in vielen Dingen billiger sind. Von unserem Ankerplatz bei Flamenco, kann man ein Sammeltaxi für 0,25 Cent in die Stadt nach Cinco de Majo nehmen. Dort beginnt auch gleich die Fußgängerzone Ave. Central, wo man nach Herzenslust einkaufen kann. Ich nenne diese Straße Dollarstraße, denn hier ist der Dollar noch was wert (alles billig). Geht man diese Straße bis zum Ende, kommt man nach San Filipe einem Alten Stadtkern von Panama City. Dort findet man auch das Kanal Museum, schräg gegenüber der Kirche, welches unbedingt besucht werden sollte.

     

Im Gegensatz zu Colon ist der Ankerplatz bei Flamenco sicherer was den Ankergrund betrifft, hier hält der Anker gut. Nachts wird man allerdings genauso hin und her geschaukelt wie in Colon. Schlepper und Lotsenboote geben sich da besonders Mühe. Was eine Frechheit ist, das man für sein Dinghy 5,25 US$ am Steg bezahlen muss. Bei Flamenco Marina bezahlt man auch 5,25 US$ für das Dinghy, auch wenn man nur Diesel in Kanister kaufen will. Das ist so, als ob man mit seinem PKW tanken fährt und bezahlt Parkgebühren an der Tankstelle. Auch sonst hat man manchmal das Gefühl, das man nicht willkommen ist. Bei Taxifahrten ist vorher der Preis fest zu legen, sonst kann es bei ausgebufften Fahrern teuer werden. Eine Überraschung der besonderen Art, war das Ausklarieren. Dort stellte man fest, das wir schon 2 Monate illegal im Land sind. Das Visa welches man uns in Colon in die Pässe gestempelt hatte, ist keine Verlängerung. Wir hatten das Gefühl das die nur auf die 22,US$ scharf waren! Nach einem hin und her mussten wir zur Migration in die Stadt fahren und dort unsere Strafe von 82,- US$ zahlen, mit der Quittung über die Strafe stempelte man uns den "SALIDA" in die Pässe. Aber der SY "Antje" erging es genauso, sie mussten 92,-US$ Strafe zahlen, da sie 3 Monate illegal im Land waren. Von hier werden wir wieder zu den Las Perlas segeln und dort noch warten bis Ende Februar - Anfang März, um dann zu den Galapagos zu starten.

10.02.2007

 


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