Segeln in Brasilien

 


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 Brasilien, ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ein Land was man gesehen haben muss. Viele Eindrücke wirkten auf uns so sehr, dass wir gar nicht wissen, worüber man schreiben soll bzw. was ist normal und nicht normal für dieses Land. Nach dem wir das neue Dinghy bestellt hatten und das zu einem Preis den man in Europa vergeblich suchen wird, machten wir mit Els und Harm von der Segeljacht "Grote Beer" einen zweitägigen Ausflug mit einem Leihwagen. Wir fuhren von Salvador die Küstenstraße "Linha Verde" nach Mangue Seco. Es liegt 230 km nördlich von Salvador am Rio Real und ist nur mit einem Boot zu erreichen, welches uns für 30,-R$ herüber brachte. Die Autofahrt, wo wir einen ersten Einblick von der Landschaft bekamen, führte uns an schneeweißen Stränden mit sagenhaften Palmen vorbei. Aber auch durch Wälder mit Urwaldflair und Wiesen mit Kühen. Dann lag da auf einmal ein totes Pferd am Straßenrand, wo sich sprichwörtlich die Geier darüber hermachten. Nun ja, auch ne Art von Entsorgung, nur auf der Rückfahrt war das Pferd wohl auf anderer Art entsorgt worden, denn es war weg!. In Mangue Seco bezogen wir eine Pousada, mit Frühstück und Klimaanlage für 80,-R$ die Nacht. Am anderen Tag gingen wir zum Strand und badeten zwei Runden, bevor uns der Fährmann wieder über den Fluss setzte.

     

 Wieder in Salvador, begannen wir unsere Vorräte auf zu stocken, um in die Baia zu segeln. Dort versprach man uns herrliche, einsame Ankerplätze. Mit "Grote Beer" segelten wir nach Maragojipe, wo jeden Samstag ab 06:00 Uhr ein Markt sein soll. Maragojipe liegt am Rio Gual, dieser zweigt vom Rio Paraguacu ab, und mündet in die Baia. Mit auflaufend Wasser legten wir ab und motorten los. Für die 31 sm. benötigten wir 6 Stunden und als wir in Sichtweite kamen, sahen wir die SY "Breakpoint" mit Tom und Tati, die schon auf uns wartete. Der Besuch auf dem Markt war ein tolles Erlebnis, so bunt und vielfältig und überall roch es geheimnisvoll nach fremdartigen. Sylvia kaufte und kaufte und ich hatte in der Menschenmenge alles zu tragen, bis sich ein Junge mit einer Schubkarre anbot alles zu transportieren, für 3,-R$ wollte er es sogar bis zu unserem Dinghy bringen. Sie verdienen sich damit ihr Taschengeld oder geben es zu Hause ab.  Auch sonst war unser Einkauf vom Preis ein Witz. Hoffentlich können wir uns irgendwann an die hohen Preise in Deutschland wieder gewöhnen !!.

      

Am anderen Tag freute ich mich schon auf einen Ausflug mit dem Schlauchboot in die Mangroven. Mit dem letzten auflaufenden  Hochwassers fuhren wir in einen Kanal, der so um die 3 Meter breit war. Um so weiter wir hinein fuhren, um so enger wurde es. Weiße und graue Reiher flogen vor uns her und irgendwann wurde der Kanal so eng das, dass Umdrehen zu  einer Tortur wurde und dann auch noch diese gefährlich aussehenden Krebse die überall in den Bäumen hingen.

     

Von Maragojipe fuhren wir nach Itaparica, wo wir im Hafen herrlich, schmeckendes Quellwasser bekamen. Itaparica ist eine Insel vor Salvador, wo viele zum Wochenende herüber kommen. Somit ist es in der Woche hier sehr ruhig und verschlafen. Nach einer Woche fuhren wir wieder nach Salvador, um Sylvias Tochter Beate abzuholen. Ganze 3 Monate wird sie nun unser Crewmitglied sein. Dann konnte ich den Preis eines Kanus nicht wieder stehen und somit sind wir nun im Besitz eines knallroten Kanu (270,- Euro statt 750,-). Nun hoffe ich auch, dass ein Ausflug in die Mangroven erfolgreicher sein wird, warten wir ab!.

     

 Mit Beate machten wir nun endlich einen großen Stadtbummel durch Salvador, der schon lange auf sich warten ließ. Salvador mit rund 3 Millionen Einwohnern ist Hauptstadt des Landes Bahia und war von 1549 - 1763 Hauptstadt Brasiliens. Schon während der Kolonialzeit blühte hier der Handel mit Brasilholz, Zucker, Tabak und Sklaven. Bis heute ist Salvador die afrikanischste Stadt Brasiliens und hat den größten Anteil an dunkler Bevölkerung, die den Charme Salvadors prägen. Bei 30 °C nicht unbedingt ein Vergnügen die Straßen auf und ab zu wandern. An Geschäften gibt es hier eigentlich alles was das Herz begehrt, sogar C&A war zu finden. Auf allen Straßen sind fliegende Händler, die immer ein Geschäft wittern. Sie verkaufen alles, von Uhren, Sonnenbrillen bis zum kleinen Imbiss. Wenn man etwas gegen den Hunger braucht, geht man einfach in ein "Comida a Kilo" dort am Buffet packt man sich den Teller voll, läst ihn anschließend wiegen und bezahlt (3-6 Euro). Somit bezahlt man nur das, was man essen möchte.

     

 Dann gibt es noch die Straßenmusik, die hier und da zu hören ist. Dienstags und Freitags wird verstärkt gespielt, wobei die Capoeira Tänzer einen Kampftanz ausführen, wo sich die Gegner nicht berühren dürfen. Hier und da laufen auch noch bettelnde Kinder und versuchen ihr Glück. An vielen Stellen stehen  in beiger Uniform die Polizei und wacht über alles, manche sogar in schusssicheren Westen.


2. Teil  04.06.2005

Nach dem wir unser Visa auf 90 Tage verlängert bekommen haben, planten wir unsere Weiterreise nach Rio de Janeiro. Mit einen Zwischenstopp in Morro de Sao Paulo erreichten wir mit einen beschissenen hart am Wind Kurs die Baia von Camamu. Mit dem aller letztem Tageslicht ankerten wir mit noch anderen Jachten vor der Pousada Lotus. Über Funk meldete sich dann auch endlich die SY "Antje", die von Salvador direkt hier her gestartet ist. Am anderen Tag war Samstag und in Camamu war Markt, den wir alle mit erleben wollten. Also die Dinghy`s startklar gemacht und ab ging die Post. Nach ca. 10 km durch die Baia erreichten wir das Städtchen und den Markt.

     

Als man nun zwei so neumodische Schlauchboote entdeckte, begann gleich eine ganze Horde von Kindern um uns zu werben. Sie boten sich als Führer und Träger an. Nach einem kleinen Streitgespräch zwischen den Jungen, einigten wir uns auf zwei. Auf dem Markt entdeckten wir einen Fleischstand, wo als Beweis das das Fleisch frisch ist, der Kopf der Kuh am Boden lag. Aber das gehört eben dazu, am nächsten Stand lag der Kopf von einer Sau. Nach Beratung aller, ob man das Fleisch kaufen kann oder nicht, kauften wir 2,7 Kg Filet de Mignon für 18 R$. Vom Markt aus suchten wir dann die Straße die hoch zur Kirche führte, von dort versprachen wir uns einen schönen Ausblick über Camamu und deren Umgebung.

     

Nach ca. 4 Stunden Aufenthalt fuhren wir wieder zurück, da das Wasser nun seinen tiefsten Stand hatte, bekamen wir etwas Schwierigkeiten die Fahrrinne zu finden. Eine Fähre, voll bepackt mit Leuten und deren Einkauf, nutzten wir als Wegweiser und staunten nicht schlecht über deren Manöver im Fluss. Wir blieben dicht an die Fähre dran, wobei die Fahrgäste ihren Spaß mit uns hatten und uns zu winkten. Am Schiff endlich wieder heil angekommen, bereiteten wir alles für unsere Grillfeier vor. Antje und Norbert waren für das Fleisch verantwortlich und legten es in eine Marinade ein. Um 16:00 Uhr kam das erste Fleisch auf dem Grill und um 17:00 Uhr waren wir alle Pudel Satt. "Das machen wir nächsten Samstag wieder"!! Sonntag kam dann noch die SY "Just do it" mit der wir weiter den Fluss aufwärts nach Marau und dann weiter zu einen Wasserfall wollten.

     

3 Meilen vor Marau war ein Ankerplatz, von da aus sind wir mit dem Dinghy in einen Mangrovenarm gefahren und von da führte ein Trampelpfad zum Meer. Mit 35 Minuten Fußmarsch kamen wir an einen herrlichen Sandstrand und diesen hatten wir für uns ganz alleine. Am ersten Tag bekamen wir von der Strandkneipe Bier auf Kredit. Es sei überhaupt kein Problem meinte der Wirt, bezahlt man morgen! Wo gibt es so was, fremden Leuten und dann auch noch Gringo`s Bier auf Kredit zu geben. Am anderen Tag beobachtete ich einen alten Mann der mit einer Flasche in der Hand den Strand auf und ab ging und hier und da mal stehen blieb, und meinte was in der Brandung  gesehen zu haben. Unverständlich, etwas in der Brandung zu sehen, wo Wellen einen beim Baden die Beine weg reißen, dort soll es was zu sehen geben ? Nach langer Beobachtungszeit hechtete der Mann mit seiner Flasche ins Wasser und warf einen Köder weit ins Wasser heraus. Dieser spulte sich von der Flasche ab und keine 10 sek. später ging der Fischer rückwärts, mit beiden Händen die Flasche umklammert wieder zum Strand hoch. Im Schlepp einen gigantischen Hornhecht von über 1 Meter.

     

  Langsam rückte der Samstag näher, wo in Marau dann Markt ist. Schon am Freitag verholten wir uns dort hin und planten einen gemeinsamen Spaziergang durch Marau. Das Städtchen machte einen sauberen Eindruck und ist um die Hälfte kleiner als Camamu, hoffentlich gibt es hier auch Fleisch auf dem Markt !? Aber was war das, da wird schon welches von einem Boot abgeladen und quer über den Markt in die Halle getragen. Kurze Zeit Später waren wir alle zur Stelle und begutachteten das Fleisch, welches einen guten Eindruck machte. Schon heute welches kaufen? Oder bis Morgen warten? Ach was wir fragen Antje, sie soll entscheiden! Zurück auf der SY "Antje" meinte sie nur das was man hat, hat man und wir brauchen am anderen Morgen nicht so früh aufstehen. Also fuhr ich mit Norbert zurück und sollten 3,5 Kg Filet de Mignon kaufen. Schon ausverkauft, alles weg, gab man uns zu verstehen. Ja, und was ist mit morgen früh? Nein, nur noch dieses hier und sonst nächste Woche. Es ist Freitag abend und Fleisch was für Samstag sein soll ist schon weg! Also muss schnell gehandelt werden. Was ist mit diesem Stück? Können wir das Grillen? Ja, ja alles kein Problem, Bom Carne!. Nun gut, schnell 3,5 Kg von diesem, bevor es ausverkauft ist und unsere Grillparty nicht statt finden kann, mangels Fleisch. Antje hatte mal wieder den Job alles einzulegen, SY "Just do it" mit Anke und Martin machten den Salat und wir hatten den Platz mit dem Grill und die Brötchen. Samstag nach dem Markt verholten wir uns dann noch die 8 Meilen weiter Fluss aufwärts zum Wasserfall.

     

 Dieser war schon vom Ankerplatz aus zu hören und nach 20 Minuten mit dem Dinghy durch die Mangroven war man da. Sagenhaft schöner Anblick, SY "Just do it" wollte unbedingt ein Foto mit Schiff vor dem Wasserfall, nach einmal kurz Aufsetzen waren sie dann da und es wurde geknipst was das Zeug hält. Ein Weg führt von einem Anleger direkt zum Wasserfall, wo man in kleineren und größeren Becken baden kann, herrlich!!!!. Um 16:00 Uhr sollte bei uns gegrillt werden und wir verspürten schon etwas Hunger. Das Fleisch sah in der Schüssel schon so lecker aus, dass ich daraus am liebsten genascht hätte. Als wir alle zusammen saßen, begann das große Erwachen, denn das Fleisch war meiner Meinung nach etwas für einen Suppeneintopf. Auf dem Grill wurde es zur Schuhsohle und wir konnten uns daran nur die Zähne ausbeißen, ungenießbar. Gott sei Dank, hat Norbert noch etwas durchgedreht, um daraus Frikadellen zu machen. Diese konnten wir gut beißen, mit dem Salat von Anke und Martin wurden wir doch noch satt. Anschließend wurden Verantwortliche gesucht und da keiner sich den Schuh anziehen wollte, bekam der Schlachter die Schuld, "Bom Carne!" so wie er sagte. Am anderen Tag fuhren wir noch einmal zum Wasserfall um zu baden und Wasser zu holen. Nachmittags verholten wir dann wieder zur Mündung und ankerten bei der Pousada Lotus. Von hier wollten wir alle zusammen zu den Abrolhos starten, denn es hatte sich ein ideales Wetterfenster für uns gebildet, N-NE um die 10 Knoten. 

     

Nach ca. 280 sm erreichten wir die Inselgruppe, bestehend aus 5 Inseln, die 30 sm vor dem Brasilianischen Festland liegen. Mal wieder erreichten wir unseren Ankerplatz mit dem allerletzten Büchsenlicht und konnten somit für die Nachfolger über Funk Lotsenhilfe geben. Was für ein krasser Unterschied, kein üppiger Palmenbewuchs und Mangroven mehr. Dafür kahle Felsinseln mit 4 - 10 Palmen darauf, die nicht betreten werden dürfen. Man muss sich in Salvador eine Genehmigung holen, um die Insel Santa Barbara zu betreten und das auch nur mit Guide. Aber, wir sind nun nicht zum Wandern hierher gekommen, sondern wegen der herrlichen Unterwasserwelt. Nur diese wollte sich einfach nicht in ihrer ganzen Pracht zeigen, nur maximale Sicht von 2 Meter, so ein Ärger aber auch!. Da der Wind nun mit über 20 Knoten aus SE wehen sollte, verholten wir uns rechtzeitig in die Nordbucht von Santa Barbara und wurden hier vom Schwell hin und her gerollt. Die Sicht war hier genauso schlecht unter Wasser, aber was ist im tieferen Wasser? Der kleine Steinhaufen im NE von Santa Barbara ist laut Seekarte ideal zum Tauchen, bemerkte Norbert, und schon machten wir eine Uhrzeit ab, wo wir dort auf Tiefe gehen wollten. Von Antje ließen wir uns dort mit dem Dinghy absetzen und vereinbarten eine Abholzeit. Hier war leider auch keine bessere Sicht, nur die Fische waren dort etwas größer und zahlreicher. Die ganze Farbenvielfalt blieb uns auch hier verschlossen. Als wir wieder auftauchten kam auch schon Antje wieder, um uns aufzusammeln. Dieses ist der IBAMA (Naturschutzbehörde) natürlich nicht entgangen und anschließend wurden wir darüber aufgeklärt, was man darf und nicht darf. An diesem Steinhaufen hätten wir noch nicht einmal Schnorcheln dürfen!. 

      

Da der Wind in den nächsten Tagen weiter aus SE wehen soll und keiner weiss, was danach an Wetter kommt, haben wir uns entschlossen mit der SY "Antje" zurück nach Salvador zu segeln. Von der "Just do it" heißt es nun Abschied zu nehmen, denn sie wollen weiter Richtung Magellanstraße (viel Glück!). Auf der Rückfahrt hatten wir um die 20 Knoten Wind aus E-SE und der Schwell kam aus NE, alles so das die Fahrt schön schnell verlief aber auch sehr laut. Das ballern der Wellen zwischen unseren Rümpfen war manchmal so laut, das man meint, jemand würde dort mit einem Vorschlaghammer dagegen hauen. Dann kamen nachts auch noch die blöden Regenböen, die bis zu 40 Knoten Wind in sich hatten, wo schnelles Reffen angesagt war. Beate kam als Nichtsegler damit gut klar, nur schlafen konnte sie bei diesen Lärm nicht. Tags über beobachteten wir die 3-5 Meter hohen Wellen wie sie angerauscht kamen und am

 "Banco Royal Charlotte" ein Gebiet, wo es von über 1000 Meter Tiefe schnell auf 40 Meter ansteigt, wurde so manche Welle gebrochen. An dieser Stelle hatte Norbert eine über 30 Kg schwere Goldmakrele geangelt. Antje erzählte, dass sie mit geborgenen Segeln 1 Stunde gekämpft haben, bis sie den Fisch endlich an Bord hatten. Dabei hatte sich der Griff vom Gaff gelöst und die Makrele schwamm dann mit dem Gaff im Rücken einen neuen Befreiungsangriff. Dieser blieb "Gott sei Dank" stecken, um den Fisch endlich damit an Bord zu ziehen. Über Funk wurden wir darüber informiert und schon zum Fischessen in Salvador eingeladen. Als wir nach Mitternacht in Salvador ankamen, waren wir heil froh, es geschafft zu haben. Nach Rio de Janeiro werden wir fliegen und uns dort ein Hotel nehmen.


3. Teil 03.08.2005

Das Wetter meint es nicht immer gut mit uns, da hier nun die Regenzeit ist, regnet es schon mal einen ganzen Tag durch und Nachts so wie so. Dieses nutzen wir um genügend Wasser zum Duschen und Wäsche waschen aufzufangen. Über unseren Sonnenschutz von 5m² fangen wir alles auf und füllen es anschließend in Kanister ab, bis zu 280 Liter hatten wir an einen Tag schon mal geschafft. Das Regenwasser ist hier so sauber, das es nicht wie in Deutschland einen schwarzen Schmierfilm auf dem Gelcoat hinter lässt. Es gibt aber auch dazwischen schöne Tage, wo die Sonne einen schön Einheizen kann.

     

Zusammen macht die Arbeit mehr Spaß! Also, wurde ein Termin fest gelegt, wo wir uns mit der SY "Antje am Wasserfall "Tororo" bei Itaparica  trocken fallen lassen wollten, um dort das Unterwasserschiff zu streichen. Früh Morgens steuerten wir zusammen direkt auf den Wasserfall zu und dann gab es einen leichten Ruck und wir standen am Ufer fest. Während das Wasser langsam ablief gingen wir, mit Schrupper bewaffnet um die Schiffe und schruppten den Bewuchs herunter. Anschließend wurden alle drei Rümpfe mit dem Wasser vom Wasserfall abgespült und nach dem trocknen in Rekordzeit gestrichen. Nach getaner Arbeit duschten wir uns selbst unter dem Wasserfall, herrlich solch einen Wasserstrahl auf dem Rücken (sonst muss man die Massage teuer bezahlen, dort war sie umsonst )! 

     

Anfang Juli war der Termin, wo wir mit dem Flieger nach Rio de Janeiro reisten. Über ein Reisebüro buchten wir ein kleines Hotel direkt an der Copacabana. Von hier aus konnten wir gut mit Bus und Metro Rio erkunden. Wir besuchten als erstes den Zuckerhut, wo wir mit einmal Umsteigen der Seilbahn den Gipfel erreichten. Von hier aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und deren Umgebung.

     

 Aber einen noch besseren Ausblick bekommt man vom Corcovado, wo der 38 Meter große Jesus mit ausgebreiteten Armen über Rio steht. Dort hin gelangt man mit einer Zahnradbahn, diese fährt in ca. 20 Minuten auf 700 Meter Höhe. Die letzten Meter kann man mit Fahrstuhl und Rolltreppe fahren oder nimmt die Treppe, alles gut organisiert!. Einen Strandbesuch an der Copacabana durfte natürlich auch nicht fehlen, hier kam ich auf meine Kosten und konnte so manche Brasilianische Schönheit bewundern. Bei Regen besuchten wir die Shoppingcenter und stöberten die dortigen Läden mit Erfolg durch. Im Gegensatz zu Salvador ist es in Rio um 10-20% teurer. Den Besuch von Rio haben wir nicht bereut, aber im großen und ganzen gefällt uns Salvador besser, dies Stadt ist eben gemütlicher und überschaubarer. An einem Tag fuhren wir mit dem Bus nach Angra dos Reis, hier waren wir mit der "Just do it" verabredet. Die SY "Breakpoint und Atlantis" trafen wir auch dort. Dieses Gebiet mit seinen zahlreichen Inseln und dem klaren Wasser ist ein Traum, schon ärgerte ich mich, das wir bei den Abrolhos umgedreht waren, was hätten wir nicht noch alles hier erleben können. Mit Anke und Martin fuhren wir zu einer Insel und verbrachten dort den Tag mit baden und einem Essen. Spät abends fuhren wir dann mit dem Bus nach Rio zurück. Für die 168 km benötigte der Bus 2,5 Stunden und ein Weg kostete 20,- R$. Am Tag als wir nach Salvador zurück flogen hieß es auch für Beate nach 3 Monaten von Brasilien Abschied zu nehmen, denn sie flog nach Deutschland zurück um ihre neue Arbeit auf zu nehmen.

     

 In Salvador rüsteten wir Tanoa aus und segelten 500 sm nördlicher nach Cabedelo (Jacarè), wo wir uns mit der SY "Antje" wieder trafen. Wir ankern nun auf dem Rio Paraiba vor einer Werft, die Brian einem Engländer gehört, dieser baut hier in Jacarè Katamarane für touristische Veranstaltungen und Hausboote, mit denen man hier auf den Flüssen wohnen kann. Für 15,-R$ die Woche kann man bei ihm Wasser bekommen, Duschen und hilft wo er kann.

     

 Dann sind da noch so Pfahlbauten (Restaurants), wo die Einheimischen sitzen und bei einem Drink den Sonnenuntergang bewundern. Dabei wird, um den Verzehr an Drinks anzuheizen, laute Musik (Bolero) gespielt. Am Wochenende bis früh Morgens und wir liegen gerade mal 50 Meter davor. Uns ist der schöne Sonnenuntergang in zwischen völlig schnuppe, es kann ruhig zum Abend regnen.


4. Teil 20.09.2005

In Jacarè was so viel heißt wie Krokodil, haben wir uns 4 Wochen aufgehalten und fanden es auch genug. Von Brian hörten wir, dass andere Segler hier ihre ganze Brasilienzeit absitzen und dann weiter in die Karibik segeln. Verrückt sagen wir, man sollte mindestens bis Salvador segeln, besser noch bis nach Rio de Janeiro und dann mit dem E - SE Wind langsam nach Norden segeln. Bisher hat uns Salvador mit seiner Baia am besten gefallen, aber das Gebiet um Ilha Grande ist um Klassen besser. Von Jacarè machten wir einen schönen Ausflug mit Antje und Norbert ( mit einem Mietwagen ) nach Campina Grande der Hauptstadt vom Bundesland Paraiba. Weiter fuhren wir ins Landesinnere ( ca. eine Stunde ) nach Boa Vista. In Boa Vista hinter der Tankstelle linke Seite in einem Weg abbiegen, der nur die ersten 50 Meter noch geteert ist. Dem Schild  "HOTEL Pai Mateus" immer folgen, dann sind es noch ca. 15-20 Kilometer. Wenn man durch einem Gatter durchgefahren ist, welches zu öffnen ist, sind es noch ca. 2-3 Kilometer, wo man dann am Wegrand parkt und sich einen Weg durch den Busch zu den kugelrunden Steinen sucht. Die Autofahrt zu den Steinen ist schon lobenswert mit seiner vielfältigen Landschaft. Sehr beeindruckend sind die bis zu 4 Meter hohen Kakteenbäume die überall herumstehen und die riesigen Fazendas. Wie im Wilden Westen ...

     

     

Die Weiterfahrt nach Sao Luis war eine, die wir nicht so schnell vergessen werden. Wo wir immer vor dem Wind, mit 15- 25 Knoten Wind, segelten und durch den Guyana Strom, mit bis zu 3 Knoten, ETMALE von 136, 165, 185 und 162 Meilen erreichten. Dieser Strom soll uns noch bis in die Karibik begleiten, toll. Dann waren da auch noch meine schlimmsten 42 Minuten auf der Reise, denn diese kämpfte ich mit einer ca. 1 Meter langen Goldmakrele, die mir noch im letzten Moment abhauen konnte, Sehne gerissen, kurz bevor ich den Fisch anlanden wollte. Was haben wir daraus gelernt ? Den Stahlvorläufer mindestens 2 Meter lang machen. Bei der Ansteuerung von Sao Luis gab es keine Probleme, alles gut betont. Glück hatten wir, dass wir einem Lastensegler folgen konnten, der uns bei Niedrigwasser den Weg durch die Sände zu unserem Ankerplatz zeigte. Wir ankerten hinter Ponta d`Areis, den leider einzigsten Ankerplatz. Der bei Springtide (6,2 Meter) zum Teil trocken fällt. Das besondere hier, sind die vielen Katamarane, die hier alle am Strand liegen. Von hier fährt alle 30 Minuten ein Bus in die Stadt, wo wir herrliche, alte Gebäude bestaunen konnten. Leider sind manche in einen bedauerlichen Zustand aber mit etwas Fantasie kann man die damalige Schönheit noch erahnen. Sao Luis ist die Drittälteste Stadt von Brasilien und lebt noch viel vom Portugiesischen Einfluss. Die Häuser haben zum Teil noch die alten Fließen an den Außenwänden. Die Fliessen sind das optische Wahrzeichen der Stadt Sao Luis.

     

     

Einen Ausflug  nach Alcantara machten wir mit einer Fähre, zur anderen Seite von der Baia de Sao Marcos (10 sm). Dort konnte man herrliche alte Gebäude aus dem 17.Jh betrachten, wobei auch viele Ruinen zu bestaunen sind. Es muss einmal eine sehr reiche Stadt gewesen sein. Heute kommt man sich an manchen Stellen wie in einer Geisterstadt vor. Es hat alles seinen Reiz und wir fanden den Ausflug bis auf die spuckenden (Seekrank) anderen Fahrgäste ganz toll.

     

Von hier werden wir nun Ausklarieren und Brasilien verlassen. Wenn das Wetter mitspielen sollte werden wir noch die Ilha Dos Lencois anlaufen. Dort soll es riesige Sanddünen zu bestaunen geben, was wir uns nicht entgehen lassen wollen. Eine Seekarte von der Gegend haben wir über Norbert, von einem Brasilianer bekommen.


5. Teil 09.10.2005

Das Wetter spielte mit, und somit konnten wir mit der SY "Antje" die Ilha Dos Lencois anlaufen. 110 Meilen waren es von Sao Luis und wir waren so schnell, das wir uns 3 Stunden treiben lassen mussten, um im hellen die Insel anzulaufen. Schon von weitem konnte man die schneeweiße Sanddüne sehen. Wir fuhren hinter die Insel und ankerten direkt vor der ca. 30 Meter hohen Dünenlandschaft. Ein sagenhafter Anblick! Mit Norbert schwammen ich gleich herüber und kletterten auf die Düne herum. Von dort oben konnte man auch eine kleine Siedlung ausmachen, wo Fischer mit Familien wohnten. Die Hütten waren zum größten Teil aus Palmenblätter und Holzlatten gebaut, wie vor 100 Jahren. Nur die Schule war aus Stein und viel dementsprechend auf.

     

Am anderen Tag machten Sylvia und ich einen Ausflug mit dem Schlauchboot in die Mangrovenarme. Hier konnte man eine bunte und laute Vogelwelt beobachten. Sogar Papageien konnte man krächzend im Flug sehen. Als wir wieder am Boot waren überraschte uns Antje mit Camaraus (Krabben), die sie von Fischern gekauft hatte.

     

Nach 4 Tagen wollten wir nun Brasilien endgültig verlassen, auch wenn es uns schwer fällt. SY "Antje" wollte noch bleiben und uns später nach Französisch Guyana folgen.

 

Info Box:

Den Daumen nach oben zeigen = Alles klar, alles OK ! (So sieht man viele Brasilianer grüßen)

Geld bekommt man über seine EC Karte mit PIN am Geldautomaten bei der BANCO DO BRASIL mit dem Vermärk: Maestro !, max. 1000 R$ für 3,50 Euro Gebühr.

Gasflaschen kann man nachfüllen lassen. Salvador bei Centro Nautico abgeben, Jakarè bei Brain abgeben, oder selbst zu einer Füllstation gehen. Adapter evtl. nicht vergessen.

Seine Visumverlängerung von 90 Tagen kann man weit vor Ablauf beantragen (44,-R$), Salvador. Weitere 90 Tage auch beim Zoll beantragen !! Alles kein Problem.

In jedem neuen Bundesland von Brasilien muss neu einklariert werden, bei der Policia  Federal und bei Capitania dos Portos.

 


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