Segeln zu den Kap Verden    2005

        

 


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 Nach dem wir Tanoa mit Proviant voll gestopft haben und alle Tanks und Kanister mit Wasser und Brennstoff gefüllt waren, konnte die Reise zu den Kap Verden beginnen. Aber leider spielte das Wetter nicht mit, wo sonst immer ein herrlicher NE Wind weht, wehte er über eine Woche aus Ost bis Südost und ein nerviges Warten war angesagt. Nur gut das wir nicht die einzigsten waren und sich somit alle morgens im Internetcafe trafen, um Wetter zu machen!! Am 23.Januar 05 starteten wir bei leichten 1-2 Bft. aus Ost und bis zum Abend drehte er auf NE und frischte mit 2-3 Bft. auf. Mit auf dem Weg waren der Katamaran Twissel von Daniela und Michael so wie 4 weitere Jachten die allerdings in die Karibik starteten. Im großen und ganzen verlief die Reise angenehm ruhig, unser Wetter bezogen wir über Intermar-ev, wo wir uns angemeldet hatten. Pünktlich um 16:30 UTC konnten wir auf 14.313 Khz unser zukünftiges Wetter erfahren. Für die insgesamt 852 sm benötigten wir 7 Tage und 2,5 Stunden und ganze 3 Betriebstunden für die Motoren. Unter Spinnaker segelten wir zu 80% und den Rest mit der Genua.


Als Gott die Welt erschaffen hatte, blickte er hinab auf sein Werk. Alles war gut. Vergnügt schlug er sich in die Hände, und Krümel aus Stein, Sand und Lehm fielen in die See. Ein Dutzend davon ragten nachher aus den Wellen: 

Die Kapverdischen Inseln    

Diese Variante der Schöpfungsgeschichte erscheint auf  Sal unvollendet: Wo bleiben die Pflanzen, wo die Tiere? Im Überfluss gibt es statt dessen die drei heißbegehrten "S": Strand, Sand, Sonne.

     

Sonntags den 30.01.05 kamen wir auf Sal in Palmeira an und schmissen unser Parkeisen auf einen gut haltenden Ankergrund. Anschließend kam Sylvia mit einen Whisky als Anleger, der es in sich hatte. Am anderen Tag gingen wir mit der Twissel zum Einklarieren : 1. Polizei und die Pässe zum Abstempeln vorlegen; 100,- Escudos (1,- Euro), 2. Hafenamt um dort seine Schiffspapiere vorzulegen. Diese werden dann auch bis zur Weiterreise einbehalten; 500,- Escudos. Anschließend fuhren wir mit einen Sammeltaxi zur Hauptstadt nach Espargos; -,50 Centimo pro Person und suchten uns ein Internetcafe; 300,- Escudos die Stunde. Hier gab es auch ein gutes Angebot an Proviant und weiteren Geschäften mit dit un dat. Auch bekommt man hier Camping Gas getauscht; 270,- Escudos die 2,7 Kg Flasche.

     

Über den hier ansässigen TO Stützpunktleiter Karl-Heinz konnten wir mit zwei weiteren Booten ein Geländewagen mit Fahrer mieten; 1500,- Escudos pro Person, dieser kutschierte uns 7 Stunden über die Insel. Somit bekamen wir einen guten Einblick in das Inselinnere. Auf unserer Tour kamen wir auch an einer von zwei Salinen vorbei und konnten diese besichtigen. Wie der Name der Insel vermuten lässt, beginnt die Geschichte der Insel mit der Gewinnung von Salz. Schon im 18. Jahrhundert wurde hier Salz gewonnen und nach Europa transportiert. Noch heute sieht man die alten Förderstützen mit denen das Satz zur Salzmühle nach Pedra Lume transportiert wurde. Weiter ging es dann per Schuten zu den vor Anker liegenden Schiffen. Auch heute noch wird hier Sals gewonnen und zum Verkauf abtransportiert.

     

     

Der Süden der Insel, Santa Maria gleicht einem großen Touristenrummel, wo sich zahlreiche Italiener am Strand tummeln. Noch 5 - 10 Jahre weiter und es ist mit Mallorca zu vergleichen. Also keinen von uns hat es hier wirklich gefallen. Besser war da schon der einsame Strand, wo wir unser Picknick machten. Ein ansässiger Fischer zeigte uns Schildkröten die er groß ziehen und dann wieder frei lassen wollte.??

      

Die Bevölkerung machte auf uns einen freundlichen und ausgeglichenen Eindruck. Wir wurden hier nicht angebettelt oder bestohlen. Unser Dingi lag ungesichert an der Fischereikai zwar nicht immer da, wo wir es angebunden hatten, aber unversehrt. Gewarnt, wurden wir vor den aus Senegal stammenden, die hier alle ein Geschäft machen wollen. Sie wollen an Touristen Souvenirs aus ihrer Heimat verkaufen, also nichts Made in Kap Verden! 

     

In einem Tante Emmaladen traf man sich zum Sundowner und wir durften da nicht fehlen. Hier konnte man auch telefonieren, gekühltes Bier und Wein trinken. Beobachten wie Einheimische einkauften, 2 Windeln, 3 Kartoffeln, 1 Zigarette und noch eine halbe Paprika. Anschließend wurde alles in einem dickes Buch angeschrieben. Zu später Stunde ging es dann weiter zum Pinsch essen. Dieses sind kleine Fleischspieße, die es in sich haben (scharfe Sache); ,-50 Centimo der Spieß und eine Flasche Bier; 100,- Escudos.

     


Auf Sao Nicolau

Für die Überfahrt nach Sao Nicolau wählten wir die Nacht aus, um im hellen den Ankerplatz in Carrical anlaufen zu können. Die Überfahrt war mehr als angenehm, Welle und Wind genau von der Seite und als es morgens hell wurde, konnten wir gerade mal 300 Meter weit sehen. Hamatan hatte mal wieder unerwartet zu geschlagen. Das ganze Boot war mit feinsten Saharastaub überzogen, alles was man anfasste klebte nach diesen rotbraunen Zeug. Erst am anderen Morgen klarte es auf und wir konnten die Schönheit der Berge sehen. Fischer kamen vorbei und boten uns ihren Fang an. Dem einen kauften wir 2 Langusten für 1000,- Escudos ab und einen anderen 3 Seezungen für 8 Zigaretten. Somit hatten wir für zwei Tage etwas zu essen.

     

Von Carrical führt eine Straße in die Berge und zu anderen Dörfern. Auf dieser wanderten wir mit der Crew vom Kat Twissle entlang und konnten einen schönen Überblick von der Ostseite der Insel bekommen. Auch einen Spaziergang in dem Barranco von Carrical ist lohnenswert. Wir fanden angelegte Gemüsegärten und Krokospalmen. In der Dorfschule spendeten wir dem Lehrer Schreibhefte und Stifte, diese wurden dankend angenommen. (gespendet von unsere Nachbarin Grete und Ute). Hier leben ca. 350 Einwohner ohne Licht und fließend Wasser. Wasser wird in Kanistern von der Dorfzisterne nach Hause gebracht. Nach einem Telefon oder Taxi sucht man vergebens. So ärmlich wie es auch hier aussieht, wir wurden überall freundlich begrüßt und hier und da nach Zigaretten, Angelhaken oder etwas Benzin gefragt. Was aber nicht aufdringlich war. Nach fünf Tagen nahmen wir Abschied und segelten mit der Twissle weiter nach Preguica. 

     

Auf dem Weg dort hin wurden wir immer wieder von den Fallböen aus den Bergen gebeutelt. Als wir dann den Ankerplatz von Preguica erreicht hatten, stand eine große Welle dort hinein, also segelten wir nach Tarrafal weiter. Der Wester dieser Insel spiegelt die Form von Afrika. Aber Sao Nicolau ist weder Afrika noch Europa. Sao Nicolau versteht sich als die Geburtsstätte der Kapverdischen Identität und Seele, der schwermütigen und der fröhlichen zugleich. Die bekanntesten Lieder der Kapvdischen Musik stammen von hier und die nationale Literatur nahm hier ihren Anfang. Am anderen Morgen besuchten wir die Hafenbehörden und klarierten hier problemlos ein. Anschließend besuchten wir den TO - Stützpunktleiter Henny. Er gab uns diverse Tipps, wo wir unbedingt hin müssen und was es dort zu sehen gibt.

      

 Also bestiegen wir tags darauf ein Sammeltaxi (Aluguer) und fuhren eine aus Kopfsteinpflaster gebaute Straße in die Hauptstadt nach Ribeira Brava. Für die 26 km lange Strecke brauchten wir 1 Stunde und zahlten 200,- Escudos (2,- Euro) pro Person. Auf dieser Fahrt bekamen wir einen guten Überblick von Land und Leute. In Ribeira Brava stiegen wir auf dem Hauptplatz aus und durchstreiften von dort die engen Straßen, wo hier und da Geschäfte waren. Nach einem kühlen Bier suchten wir uns ein Aluguer nach Preguica, um zu sehen was uns eventuell entgangen ist. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es gut war hier nicht zu ankern, immer noch war eine Welle am dortigen Ankerplatz zu finden. Der Ort selbst ist auch nicht unbedingt sehenswert und somit fuhren wir wieder zurück nach Tarrafal, wo wir völlig erschöpft ankamen. 

     

Anderentags war noch das Rätsel der Deutschen Flagge zu lösen, die man vor Anker an einem Haus auszumachen war. Als wir uns dem Haus näherten, standen eine Menge Menschen davor und palaverten. Mit erhobenen Finger gen Flagge fragte ich danach, der Hausherr sprach dann auch Deutsch. Er war auf Deutschen Schiffen zur See gefahren und genießt nun seine Rente wie er meinte. Anschließend mussten wir noch seinen selbst gebrannten Grog aus Zuckerrohr probieren, puh 40-50 % und das bei 30 °C am frühen Nachmittag und den Spruch, auf einen Bein kann man nicht stehen, kannte er auch. Er sagte, dass viele Kapverdianer in Deutschland gearbeitet haben und auch noch arbeiten, um etwas Geld für die Familie zu verdienen.

     

Ein Angebot von Henny dem TO Stützpunktleiter, eine Tour mit einem Aluguer zu machen, konnten wir nicht wiederstehen. Die Crew von Twissle und Tanoa, geführt von Henny, der uns die Insel zeigen wollte, orderten wir ein Aluguer, 8.000,-Escudos für den ganzen Tag. Als erstes fuhren wir in den Westen der Insel und schauten uns einen von Wind und Wasser geprägten Küstenstreifen an, der einen nur Staunen lässt. Danach ging es weiter in den Nordwesten der Insel, wo wir zwei Dörfer besuchten.

     

Die Landschaft ist hier sagenhaft schön, wobei es natürlich Ansichtssache ist! Überall möchte man am liebsten anhalten und verweilen, die Natur auf sich wirken lassen. In einem Dorf, wo wir dann nur zu Fuß hin kamen, glaubte man 100 Jahre zurück versetzt zu sein. Die Gassen im Dorf waren gerade so breit das eine Schubkarre Platz hatte. Alles war sehr verwinkelt, aber auch hier wurden wir herzlich begrüßt.

     

Zum Mittag fuhren wir dann zu Henny seiner Pension, um dort zu essen. Genau das richtige! Nudelauflauf in einer pikanten Weinsoße mit Thunfisch. Anschließend ging es dann mit vollen Bauch weiter zur Inselmitte, wo wir uns in Gärten den Zuckerrohranbau anschauten, wo Bananen und Papayas angebaut wurden. Das Interessanteste war die Besichtigung einer Grogbrennerei, wo aus Zuckerrohr etwas für Leib und Seele gebrannt wurde. Das letzte Dorf, welches wir auf der Tour besichtigten, war im Vergleich zu anderen recht arm. Viele Kinder begleiteten uns auf dem Rundgang und lachten und kreischten vergnügt. Zum Schluss gab es für jeden ein Bonbon zum Abschied, wo sie sich sehr drüber gefreut haben. Als wir dann wieder in Tarrafal ankamen, spürte man jeden einzelnen Knochen im Leib, wo auch immer eine Straße war, wurde diese aus Kopfsteinpflaster gebaut. Aber für solch eine schöne Fahrt nimmt man es gerne in Kauf.

     

Das Ausklarieren war auch hier kein Problem, für 500,- Escudos bekamen wir unser Transit nach Fogo. Aber zuerst wollen wir noch nach Santa Luzia, eine unbewohnte Insel. Diese ist 27 sm von hier entfernt und bei guter Sicht schon zu sehen. Man sagt das es dort viele Haie geben soll, wir sind gespannt, ob wir welche zu sehen bekommen.

      

Wir haben  vor Antritt unserer Reise zu den Kap Verden erfahren, dass hier dringend Kleidung, Schulmaterial und auch Verbandsmaterial benötigt werden. Deshalb haben wir in unserem Heimatort nachgefragt. Die Apotheke spendete Verbandsmaterial, dass wir auf einer Krankenstation in Tarrafal abgegeben haben. Unsere Nachbarin Ute Rath arbeitet bei " Leben mit Behinderung in Hamburg. Die Firma spendete Schreibblöcke, Kugelschreiber, Bleistifte, Spitzer und Radiergummi. Magret Richters hatte noch Hefte von ihren Kindern. Diese Sachen haben wir in den Schule in Carrical und in Tarrafal abgegeben. Kleidung, die wir Henny Kusters, dem TO - Stützpunktleiter übergaben, haben Fam. Rath, Fam. Löhden und Fam. Krause gespendet. Die Kleidung wird in Tarrafal, Monte Gordo und anderen Orten verteilt. Alle Sachen wurden dankend angenommen. Auf diesem Wege möchten wir uns bei allen bedanken, die so freundlich waren uns zu vertrauen, dass alle Sachen auch hier ankommen. 

     

Sollte ein Leser Interesse an einer Reise nach Sao Nicolau haben, kann er sich bei Henny Kusters einmieten. Nach Auskunft von Henny zahlt man für ein Doppelzimmer mit Frühstück und Abendessen 45,- Euro und für ein Einzelzimmer 25,- Euro. Alles buchen kann man unter Tel. 00238-2361099 oder E-Mail kusterscabverd@cvtelecom.cv und weitere Infos über www.caboverde.com 


Auf Santa Luzia 

Die Fahrt nach Santa Luzia mussten wir leider unter Motor bestreiten, kein Wind, der uns hätte hinbringen können. Nach ca. 7 Stunden schmissen wir unser Parkeisen vor einem herrlichen, weißen Sandstrand. Die Farben waren karibisch weiß und blau nur die Wassertemperatur mit 21 °C stimmte nicht. Am anderen Tag machte ich eine kleine Klettertour durch die Berge, um die Insel von oben zu bestaunen. Nach 3 Stunden Kletterei hatte ich genug und bereitete mich sorgfältig auf das ablanden zum Schiff vor. Denn der Schwell von ca. 1 Meter musste im richtigen Moment  genommen werden, sonst schmeißt einen die Welle wieder an den Strand zurück und das kann mit unter sehr schmerzhaft sein.

     

Nachmittags ging ich mit der Twissle Crew tauchen. Vor dem Strand war eine kleine Insel die aus 12 Meter Tiefe heraus ragte, diese wollten wir umrunden. Mit der Angst im Nacken, dass hier doch ein Hai auf uns lauert, tauchten wir ab und bestaunten die herrliche Unterwasserwelt. So viele bunte Fische hatte ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Die Attraktion waren zwei große Kugelfische, die sich vor uns mächtig aufgeblasen haben. Am anderen Tag machten wir einen Spaziergang an die Nordküste von Santa Luzia, wo wir einen großen Müllhaufen neben den anderen sahen. Müll aus Fischereibeständen, Plastikflaschen in allen Formen, Autoreifen und Paletten in allen Größen. Kein Wunder, denn der stetige Nordwind bringt alles hier her.

      

Der Rückweg führte durch die hier einzigartige Dünenlandschaft mit ihren Blumen und Buschwerk. Manchmal hatte man das Gefühl im mitten der Sahara zu wandern und wenn man dann wieder etwas höher war, konnte man das Meer sehen. Nach drei Tagen setzten wir wieder die Segel und segelten nach Fogo.


Auf  Fogo

Für die 116 sm benötigten wir 27 Stunden, wobei uns auch hier der Wind in Stich ließ. Die letzten 35 sm mussten wir daher Motoren.  Wir ankerten im Schutz der Mole vom Hafen Vale de Cavaleiros, er liegt ca. 1,5 sm nördlich von der Hauptstadt Sao Felipe. Nach vier Stunden war dann das Maß an Sicheres liegen gestrichen, denn der Schwell nahm mit dem Wind so sehr zu, dass der Hafen langsam zur Falle geworden war, also schnell den Anker hoch und so schnell wie möglich weg hier. Zu derzeit fehlte von Twissle jede Spur, über UKW waren sie auch nicht zu erreichen. Wir fanden dann in Lee von Fogo einen sicheren Ankerplatz für die Nacht. Am anderen morgen hörten wir dann Twissle auf Kurzwelle, sie lagen in dem so sicheren Hafen. Da sie 1 Stunde nach unserer Flucht ankamen muss das vorherrschende Wetter sich in kurzer Zeit wieder gebessert haben. Die restliche Zeit lagen wir dann auch im Hafen. Ein an Land gehen war für mich nicht angesagt, Sylvia hatte es da gut, sie konnte sich im Schnelldurchgang Sao Felipe ansehen. Denn geplanten Besuch am Vulkan PICO konnten wir uns auch abschminken, denn für einen ganzen Tag wollte ich hier unser Boot nicht unbeaufsichtigt liegen lassen, schade !!!.

      

Dienstag den 8.03.2005 starteten wir zu unserer Atlantiküberquerung nach Brasilien. Einen Zwischenstopp auf der Insel Fernando do Noronha ist auch geplant.!!

 


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