Französisch Guyana

 


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Am 2. Oktober früh morgens steuerten wir den Kourou River an und kämpften uns gegen die Strömung (3 Knoten)  zu unseren Ankerplatz. Nachmittags gingen wir an Land, um uns einen Einblick von Land und Leute zu verschaffen. In einem Supermarkt konnten wir Preise vergleichen und waren mehr oder weniger überrascht. Im allgemeinen waren sie so wie in Deutschland, einiges war teurer und wiederum anderes billiger. Aber in Gegensatz zu Brasilien sau teuer. Unsere erste Nacht werden wir nicht so schnell vergessen ...Wind und Strömung gegen einander. Aber sonst ist ein Aufenthalt von Brasilien kommend immer ratsam. Schon alleine wegen der Hurrikan Saison, die man hier gut abwarten kann.

     

Der Fischmarkt ist täglich geöffnet und bietet preiswerten, fangfrischen Fisch. Der Gemüsemarkt hat allerdings nur Samstag offen und ist einen Besuch wert. Wasser konnten wir von dem Jachthafen beziehen und war in seiner Qualität OK. Das unangenehmste war immer der Fußmarsch von ca. 3 Kilometer zum Internetcafe. Bei um die 39°C kommt Mann und auch Frau ganz gut ins Schwitzen. Wir haben versucht von Schatten zu Schatten zu hüpfen. Zum Glück gab es im Internet eine Klimaanlage.

     

Was man unbedingt machen sollte, ist eine Dinghytour auf dem Fluss. Voll getankt und gut verpflegt ging es früh morgens los. Schon nach dem passieren der Brücke kommt man sich vor, wie mitten im Urwald und nach ca. 1,5 Stunden Fahrt waren die Mangroven verschwunden. Ab da konnte man eine ganz andere Fauna bewundern. Man konnte sich an diesem grün einfach nicht satt sehen. Immer wieder entdeckte man was neues. Wie auch einen großen Leguan der sich sonnte. Wir wären gerne noch weiter hinauf gefahren, aber unser Benzin sollte ja auch für den Rückweg reichen.

     

Noch mal Glück gehabt, der geplante Raketenstart am 29.09.05 wurde verschoben auf den 13.10.05. Somit sind wir vor Ort und können den Start live mit erleben. Aber zuvor haben wir das ARIANE - Museum besichtigt. Dort stand eine Ariane 5 quasi zum anfassen und bestaunen (51.49 Meter hoch). Im Museum wird einem der Verlauf und Weiterentwicklung des Arianeprogramm gezeigt. Alles sehr interessant, aber leider auf Französisch.

     

In Einzelteilen wird die Rakete von einem Frachtschiff aus Frankreich nach Kourou verladen. Dort wird sie dann zusammen gebaut und nach diversen Tests in den Weltall geschossen.

  

Am 13.10.05 um 19:32 sollte nun der Start der Ariane 5 Rakete sein und am besten zu beobachten ist es vom Strand. Also Fernglas, Fotoausrüstung und Bier in eine Tasche und hin da. Michael wollte ja so gerne mal mitfliegen, aber der Raumanzug hat nicht gepasst. Ist er etwa dicker geworden??? Ha Ha Ha. Am Strand war schon reges Treiben. Alle wollten den Start mit verfolgen. Also ist es immer noch was besonderes hier.

     

Als erstes sieht man einen weißen Lichtschein, der anhält und sich langsam erhebt. Danach immer schneller in die Höhe schießt und langsam an Kraft verliert. Nun kann man mit dem Fernglas den Raketenstrahl sehen, ohne sich die Augen zu verblitzen. Eigentlich hatten wir gedacht, wir werden es hören, wenn die Rakete startet, aber der Schall braucht immer etwas länger ( ca.1 Min. ). Als dann die Ariane über uns hinweg geflogen ist und weit über dem Meer war, konnte man den Abwurf der beiden Feststoffraketen beobachten. Diese glimmten noch eine ganze Zeit lang am Fallschirm, bis sie im Meer landeten. Dort werden sie dann geborgen und wieder verwendet. Es war der 21. Start einer Areane5 und der 3. in diesem Jahr und sie transportierte 2 Satteliten gleichzeitig.

     

Das schönste waren die Ile du Salut auch als Teufelsinseln bekannt. Diese Inselgruppe aus 3 Inseln liegen knappe 7 Meilen vor Kourou und sind auf alle Fälle sehenswert. Auch wenn man  für 2-3 Tage einen rolligen Ankerplatz in Kauf nehmen muss. Bekannt wurden sie aus dem Roman "Papillon", der auch verfilmt wurde. Viele unmenschliche Szenen konnte man im Film sehen und wenn man selbst vor Ort ist, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Auf der Insel Royale ist nur noch ein kleines Gefängnis in guten Zustand zu besichtigen. Dort gibt es auch ein Hotel, welches täglich mit einer Fähre von Kourou angelaufen wird. Herrliche Rundwanderwege, die durch den Urwald führen. Dies sollte man früh morgens in Angriff nehmen, dann kann man in der Stille Affen, Papageien und Nutrias beobachten. 

     

Auf der Insel Saint-Joseph ist noch der gesamte Gefängniskomplex zu sehen. Die Natur ist voll und ganz damit beschäftigt sich alles wieder zu holen. Da wachsen riesige Bäume aus den Zellen, diverse Wurzeln sprengen sich durch die Mauern ins Freie, Wind und Regen tun ihres dazu. Es wird noch lange dauern bis alles im Urwald verschwunden ist, aber die Geschichte von Papillon  wird bleiben.

     

     

Zwei  Arten von Zellen konnten wir sehen. Eine mit nur einen kleinen, vergitterten Lichtschacht (Dunkelzelle) und eine, wo der Gefangene der Sonne und Regen ( früher gab es dort keine Bäume ) ausgesetzt war. Der Friedhof war nur den Wärtern vorbehalten, der tote Gefangene wurde einfach ins Meer, zu den Haien geworfen. Im Durchschnitt hat es ein Gefangener 3-5 Jahre ausgehalten, bis er dann an Gelbfieber oder unter Folterung starb. Ein schneller Freitod war für den einen oder anderen die letzte Hoffnung ein schnelles Ende in dieser Gefängnishölle zu finden.

     

Die dritte und letzte Insel Ile du Diable darf nicht betreten werden. Sie steht unter Naturschutz und ist vollkommen mit Krokospalmen bewachsen. Aber wer weiß, was sie noch für Schätze hat, die man nicht entdecken soll. Von den Teufelsinseln segeln wir nun nach Tobago in die Karibik.

 


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